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Info

Samstag, 19. Juli 2025
ab 15:30 Uhr
Dauer: 2 Stunden
Eintritt: frei

in der Dülmener Innenstadt

Der Mensch ist eine Insel

Die Mitglieder des Stadtensemble Münster präsentieren jeweils auf roten Inseln einzelne Performances unterschiedlichster Art: Gedichte, kabarettistische Beiträge, Tänze, Lieder, Musikstücke und Monologe. Die verschiedenen Acts dauern bis zu 20 Minuten und werden mehrfach wiederholt. Das Publikum kann sich so sein Programm selbst auf einem kulturellen Parcours zusammenstellen.

Die einzelnen Projekte:

mit Christian Berlin

Eine interaktive Szenen- und Bewegungsimprovisation.
Wenn wir genau hinspüren, steckt in jedem Moment Bewegung. Steckt auch in jeder Bewegung ein Moment?
In dieser Performance werden Momente des Publikums zur Bewegung des Schauspielers und die Bewegung des Schauspielers zum Moment des Publikums:
Tanz, Figuren, Geschichten, eine Insel der Improvisation. Das Publikum ist eingeladen sie mit ihren Themen zu besuchen.

mit Carola v. Seckendorff und Cornelia Kupferschmid

„Ihr seid Gefangene eurer eigenen Erzählungen. Gefangene eurer Rachsucht, die sich an euch selbst rächt, so unstillbar wie sie ist.“ Carolin Emckes Monolog über die Freiheit ist eine Streitschrift gegen die Rechtfertigung von Hass und zeigt, wie unfrei diejenigen sind, von denen Rassismus und Ausgrenzung ausgeht.
Cornelia Kupferschmid und Carola v. Seckendorff sprechen und spielen den Monolog über die Freiheit eindringlich, abwechselnd und überlagernd.

monolog ueber die freiheit

mit Gudula Rosa

Jacob van Eyck (ca. 1590–1657), der blinde städtische Glockenspieler von Utrecht, hat der Nachwelt in seiner zweiteiligen Sammlung „Der Fluyten Lust-hof“ beinahe 150 Solostücke für Blockflöte hinterlassen. Sein Werk besteht vorwiegend aus Variationsfolgen, die er über damals populäre Melodien schrieb. Das Variieren wurde anschaulich als „breken“ (brechen) bezeichnet: Die Noten des Themas wurden nach und nach in immer kleinere Notenwerte zerlegt, die Melodietöne wurden umspielt oder mit anderen Worten, diminuiert. Thema und Variationen wurden als „modo“ (italienisch für Art und Weise) bezeichnet.

An lauen Sommerabenden brachte van Eyck diese Werke auf dem Utrechter Janskerkhof zu Gehör.

Im Frühling des Jahres 1649, kurz nach der Vollendung des Lust-hofs, gewährte ihm das Kapitel von Sint-Jan (Sankt Johann) dafür eine Gehaltserhöhung. (Thiemo Wind)

mit Andreas Ladwig

Man sollte mal mitstenographieren, was die Leute so reden. Kein Naturalismus reicht da heran…die Alltagssprache hat ihre eigene Grammatik.

Ein guter Alltagsdialog wickelt sich nie, niemals so ab, wie im Theater: mit Rede und Gegenrede. Das ist eine Erfindung der Literatur. Ein Dialog des Alltags kennt nur Sprechende – keine Zuhörenden. Die beiden Reden laufen also aneinander vorbei, berühren sich manchmal mit den Ellenbogen, das ist wahr – aber im großen ganzen redet doch jeder seins.“

(Kurt Tucholsky: „Man sollte mal“, 1927)

Eine heiter resignierte Demonstration der kommunikativen Einbahnstraßen.

mit dem Sprecher und Schauspieler Andreas Ladwig

Schauspieler für Film, TV und Theater (Soko München, Rosenheimcops, Hubert und Staller…), Sprecher (WDR, Deutschlandfunk, TV-Radiowerbung, Hörbücher…), Musiker (Künstlerische Reifeprüfung an der Musikhochschule Münster, Singer-Songwriter)

mit Tilman Rademacher

2025. Die Welt brennt und die Friedenstaube flattert um ihr Leben. Ukraine. Gaza. Handelskrieg. Ein US-Präsident, der den ehemals Verbündeten feindlich gesinnt ist. Sirenen. Kriegslärm. Friedensaktivisten schreien dagegen an, schreien sich heiser. Worthülsen liegen umher wie Patronenhülsen.

Stummer Protest ist keine Option! Diplomatie ist eine Option. Aufrüstung eine Notwendigkeit? Frieden ist mehr als die Abwesenheit von Krieg, ist nicht nur ein Wort, eine notwendige Utopie. Frieden ist vor allem: Ein Lied. „Stell dir vor, es ist Krieg und niemand geht hin.“ Seit jeher führen Menschen Kriege. Seit jeher haben Menschen den Frieden besungen.

Friedensbefehl! ist ein Friedensangebot, eine verbale Vision berühmter Sänger und Dichter zum Thema Frieden (u.a. Wolfgang Borcherts „Dann gibt es nur eins!“) vorgetragen von Tilman Rademacher.

mit Jakob Reinhardt

Jakob Reinhardt macht Musik, aber kein Kabarett. Ist lustig, aber kein Comedian. Liedermacher, aber kein Singer-Song-Writer. Fern aller Schubladen, dafür nah an der Realität eines Heimatlosen mit slawischen Wurzeln, bringt er musikalische Diamanten aus der Schatzkiste des russisch-sprachigen Liedguts. Dabei übersetzt er sie in singbares (Bio)Deutsch und bastelt an ihnen, mit seinen multi-Instrumenten, herum.

mit Gabriele Brüning

15 Minuten soll Sie sich nackt zeigen…..

15 Minuten gewährt Gabriele Brüning einen Einblick in Ihr

Seelenleben.

Ungefiltert, unkonventionell unzensiert:

Fräulein Else von Arthur Schnitzler

Ein Appetizer, ein Auszug aus dem atemberaubenden

inneren Monolog der 19 jährigen Else, die vor einer

unlösbaren Aufgabe steht.

mit this honorable fish

Was passiert mit Kommunikation, wenn sie rein performativ wird oder wenn sie algorithmisch berechnet ist?
Wenn das Sprechen oft ohne Zuhören, das Teilen ohne Verbindung und das Reagieren ohne Reflexion geschieht?

interBubble ist eine ortsspezifische Performance für zwei Musiker*innen, Akkordeon, Posaune und elektroakustischen Klangerzeugern aus akkubetriebenen Lautsprechern über Kommunikation.

Helmut Buntjer und Anja Kreysing widmen sich mit interBubble der Dysfunktionalität digitaler Kommunikation, die zunehmend auch den Diskurs in Präsenz beeinträchtigt oder gar verunmöglicht.
Die Performance greift diese Fragmente, Verzerrungen und Echos auf – musikalisch wie räumlich. Überlagerungen, Pausen, Dissonanzen und räumliche Verschiebungen werden zu Ausdrucksformen einer Kommunikation, die nicht nur verbindet, sondern auch verfehlt.

Die Klänge der beiden akustischen Instrumente verweben sich mit elektroakustischen Fragmenten zu einer beweglichen, offenen Komposition, die sich an die Umgebung anpasst und auf sie reagiert. Die Performer*innen verändern stetig ihre Positionen im Raum – mal aufeinander zugehend, mal sich entfernend – und gestalten so ein sich wandelndes Geflecht aus Klang, Bewegung und sozialem Miteinander.

Die Passant*innen sind eingeladen, zuzuhören, zu verweilen oder sich in eigener Bewegung zur Performance in Beziehung zu setzen.

Es spielen

Helmut Buntjer, Christian Berlin, Gabriele Brüning, Anja Kreysing, Cornelia Kupferschmid, Andreas Ladwig, Tilman Rademacher, Jakob Reinhardt, Gudula Rosa und Carola v. Seckendorff

Ein Projekt von

Stadtensemble

Veranstalter

Stadtensemble und Kulturteam Dülmen

Barrieren

Die Innenstadt ist barrierefrei und für Rollstuhlfahrende zugänglich. Der Untergrund ist gepflastert (KEIN Kopfsteinpflaster). Auf dem Marktplatz und dem Overbergplatz sind zudem taktile Elemente vorhanden. Am geplanten Veranstaltungstag ist auf dem Marktplatz der „Dülmen Beach“, eine große Sandfläche mit Sitzgelegenheiten und Bühne aufgebaut. Diese ist wie ein Sandkasten eingegrenzt. Die Wege zwischen den einzelnen Veranstaltungsorten betragen maximal 500m. Am Marktplatz gibt es ein barrierefreies WC. Parkplätze für Menschen mit Behinderung stehen am Parkplatz „Nonnenwall“ zur Verfügung.